11.06.15: Tischtennis-Abend mit den Asylbewerbern

Tischtennis in Waakirchen

TT-Abend mit den Asylbewerbern

„Ich bin Mensch und nichts Menschliches ist mir fremd.“

(„Homo sum, humani nil a me alienum puto“ , römischer Dichter Terenz* )

Am Donnerstag, den 11.6.2015 war es soweit. Die weitgehend schwarzen Asylbewerber folgten der Einladung der TT-Sparte Waakirchen zu einem lockeren Tischtennis-Übungsabend in der Turnhalle Waakirchen. Fast alle Gäste hatten noch niemals einen TT-Schläger in der Hand und sie gaben sich große Mühe unter Anleitung der arrivierten TT-Spieler des Vereins den Ball auf der Platte zu halten. Nach etwa einer Stunde stellten sich erhebliche Fortschritte ein, die Stimmung war gelöst und fröhlich, wir kamen über den Sport in das Gespräch und lernten die uns völlig fremden Menschen näher kennen. Wir ernteten eine tiefe Dankbarkeit.

Anschließend gestaltete der Helferkreis, dem ich ganz herzlich dafür danken möchte, einen geselligen, kulinarischen Abend im Jugendraum, wo wir in weiteren, freundschaftlichen Unterhaltungen von den Sorgen, Nöten, Ängsten, Eigenheiten und auch Freuden unserer TT-Gäste aus den unterschiedlichsten Ländern wie Eritrea, Mali, Syrien und Senegal erfuhren.

Fazit:

Ein durchaus gelungener Abend, der allen Beteiligten zeigte, dass der aus der Antike stammende Begriff des Humanismus auch heute  noch in seiner Anwendung hohe Wirksamkeit entfaltet. Einmal mehr mussten wir feststellen: Alle Menschen auf dieser Welt sind trotz der Unterschiede im Aussehen, in der Sprache, im Verhalten  und in den verschiedensten Ausprägungen Mitglieder von  einer und nur einer Welt, der wir alle angehören.

Wir, die hier Ansässigen,  können nichts, aber auch gar nichts dafür, dass wir in einem Wohlstandsland geboren sind und deshalb in den meisten Fällen ein sorgenfreies materielles Auskommen haben.  Dankbarkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft sollten unsere ständigen Wegbegleiter sein.

Wir werden hier in Europa nicht das ganze Afrika aufnehmen können. Die ökonomische und politische Entwicklung der Länder des schwarzen Erdteils muss durch unsere Eliten und Politiker vorangetrieben werden. Durch Wahlen und hartnäckige Forderungen unsererseits kann jeder einzelne von uns darauf Einfluss nehmen. Angesichts der Flüchtlingsproblematik ist es kurz vor Zwölf  und es müssen endlich Grundsteine für Lösungen gesetzt werden.

Helmut Willinger

Spartenleiter Tischtennis

* Terenz, genauer Publius Terentius Afer, lebte von ca. 190v.Chr. bis 158 v.Chr. Er war einer der bekanntesten Komödiendichter der römischen Antike und in seinen Werken findet man die erste literarische Erwähnung des Begriffs der Humanität.

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